Teilfüllverfahren

Die Formteilkavität wird nur zum Teil mit Schmelze gefüllt (i.d.R. 50-60%), da die vollständige Bauteilfüllung durch die Ausbildung einer Fluidblase erfolgt. Hierbei treibt die Fluidblase die Kunststofffließfront vor sich her, so dass bei korrekter Bauteilauslegung und Vorfüllung das Bauteil zum Schluss komplett gefüllt ist.

Als Fluid dient entweder Wasser oder Gas.

Komplexere Bauteile erfordern eine extrem genaue Vorberechnung des Anspritzpunktes, der Injektorpositionierung und der Vorfüllung. Bei Mehrkavitätenwerkzeugen ist zudem eine exakt ausbalancierte Vorfüllung zwischen den Werkzeugnestern erforderlich.

Dieses Verfahren ist, dort wo es sinnvoll ist, das wirtschaftlichste, da Materialeinsatz und Schließkraftbedarf der Spritzgussmaschine optimal reduziert werden.

Eignung:
Besonders geeignet sind stabförmige Bauteile, wie z.B. Koffergriffe, Pinselgriffe, Türgriffe und ähnliches.

Weniger eignet sich das Verfahren bei Werkstoffen, die durch das schnelle Erstarren der Fließfront in der Umschaltphase zwischen Schmelzinjektion und Fluidinjektion zu sichtbaren Umschaltmarkierungen neigen. Die Teilfüllung stößt an ihre Grenzen, wenn abseits der Kanalbereiche flächige Bereiche oder Befestigungen und längere Stutzen vorgesehen sind.

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