Überlaufverfahren

Zunächst füllt man die Kavität vollständig mit Schmelze [analog Kompaktspritzguss] und öffnet dann vor der Fluideinleitung den Überlauf. Das Fluid verdrängt aus dem Bauteil die noch schmelzeflüssige Seele in eine als Überlauf dienende separate Kavität. Den Überlauf trennt man später i.d.R. vom Bauteil mechanisch ab und recycelt ihn direkt oder verarbeitet ihn zu anderen Bauteilen weiter.

Dieses Verfahren bietet bei komplexen Geometrien [flächige Bereiche, Befestigungen oder längere Stutzen] und hohen Anforderungen an die Oberfläche entscheidende Vorteile. Die Oberfläche wird während der Schmelzeeinspritzung komplett gebildet und somit hat die Fluidinjektion keinen Einfluss Umschaltmarkierungen, Bindenähte oder Fließlinien.

 

Eignung:
Besonders geeignet ist dieses Verfahren für Bauteile, bei denen nur Teilbereiche ausgeräumt werden sollen [Türtaschen, Rahmenabdeckungen oder Griffmulden] oder eine hohe Oberflächenqualität gefordert ist [Automobiltürgriffe oder Dachrelings].

Zudem bietet es sich immer dann an, wenn das Teilfüllverfahren aus technischer und optischer Sicht nicht möglich und das Masserückdrückverfahren unrentabel ist [Stückzahl].

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